Kruste ja, kruste nein

Der Pizzarand, oder wie man auch sagt, die Pizzakruste. Welche Funktion hat sie? Wofür ist sie gut?

Manche Menschen mögen sie, andere nicht. Manche Menschen mögen eine dicke Kruste, andere eine dünne. Manche mögen sie voll mit Teig, andere hohl.

Gibt es einen Standard? In den Richtlinien für wahre neapolitanische Pizza steht, dass die Pizza „eine leicht erhobene, goldbraune Kruste“ haben soll, die sowohl „weich anzufassen, wie auch weich am Gaumen“ ist. Allerdings gibt es unendlich viele unterschiedliche Pizzen, so wie es auch unendlich viele unterschiedliche Geschmäcker gibt. Und dann geht es, um die Wahrheit zu sagen, nicht nur um die Kruste, sondern natürlich auch um den Belag auf der Pizza und auch darum, wo man sie isst: an einem Tisch oder auf dem Sofa, draußen oder drinnen, im Zug oder wo man eben gerade Lust darauf hat.

Es ist klar, dass eine hohe Kruste andere Zutaten davor bewahrt, über den Rand und auf den Ofenboden zu tropfen. Eine Kruste hat aber nicht nur eine funktionale Bedeutung. Für manche sind die Ränder tatsächlich kleine Kunstwerke. Eine hohle Kruste erfordert viel Übung und Erfahrung, hängt sie doch nicht von der Höhe sondern auch von den Gehzeiten des Teigs und seiner Feuchtigkeit ab.
Wir können aber auch Ränder machen, die überlappen und eine Fülle enthalten. Oder aber Ränder, die entsprechend geschnitten und gefaltet der Pizza das Aussehen einer Blume verleihen, einer Margerite beispielsweise, eine Anspielung auf die gleichnamige Pizza.
Es besteht kein Zweifel: Pizzen sind keine Grenzen gesetzt, wenn es Geschmack und Fantasie geht.